Küchen-Grundrisse Teil 2

Weitere Spielart einer offen geplanten 2-zeiligen Küche

Küchenskizze einer offenen zweizeiligen Küche mit Essplatz

Spätestens bei der Besichtigung diverser Neubauwohnungen fällt auf: Die Zeiten, in denen die Küche als abgetrennter, rein auf das Kochen zugeschnittener Bereich konzipiert war, sind lange dabei. Heute wird jede Küche als Vielzweckküche, ja als vollwertiger Wohnraum angelegt. Oftmals handelt es sich sogar um einen nach allen Seiten hin offenen Koch-Ess-Wohnraum. Alttypische Raster wie gerade bei der zweizeiligen Küche stellen sich in der offenen Planung ganz anders dar.

Eine Küchenarchitektur mit zwei gegenüber liegenden Zeilen ist in jedem Fall praktisch, denn sie bietet eine Menge Arbeitsfläche, inmitten der es sich flott und schwungvoll hantieren lässt. Am meisten Nutzen zieht man aus diesem Küchengrundriss, wenn Spüle und Herd nicht in derselben Zeile, sondern vis-à-vis eingebaut werden. Was Wunder, dass so eine Aufteilung von vielen professionellen Köchen bevorzugt wird. Früher wurde von der zweizeiligen Küche abgeraten, wenn die zweite Zeile frei im Raum steht. Heute ist davon keine Rede mehr.

Ein Abstand von mindestens 120 cm zwischen den gegenüberliegenden Küchenzeilen gewährleistet einen besseren Zugang zu den Unterschränken. Kochflächen und Küchenspüle sollten nicht genau gegenüber sein, damit genügend Platz dafür da ist, dass eine Person spülen und die andere kochen kann. Beim nachfolgenden Beispiel dient die zweite Küchenzeile, zur Hälfte Kochinsel, zur Hälfte Essplatz, als Raumtrenner in der zum Wohnraum hin offenen Küche. Auf den Skizzen sind die Küchenbeispiele einmal von oben und darauf folgend in einer perspektivischen Zeichnung zu sehen.

Bei einer solchen Planung empfiehlt es sich, für den Essplatz diejenige Seite zu wählen, die näher am Fenster ist, denn natürliches Licht schafft beim Essen eine schöne Atmosphäre. Besonders wenn, wie hier, eine nicht einziehbare Deckenhaube installiert ist, die ansonsten vor dem Fenster hinge. Die Kochstelle wiederum sollte besser möglichst fern der Küchentür platziert werden, damit Kochdämpfe, die am Dunstabzug vorbeigehen, nicht so schnell in andere Räume gelangen können.

Das Küchenbeispiel zeigt, dass der Essbereich mit typischer Esstisch-Höhe angelegt ist und sich dadurch unterhalb der Höhe der Kochinsel befindet. So können normal hohe Stühle zum Einsatz kommen anstelle von Barhockern. Dafür zeigt sich die Kochinsel auf der zum Wohnraum hin gewandten Seite als wohnlich gestaltetes offenes Regal, flankiert von Auszügen, deren Abmessungen nicht die in Küchen sonst übliche Breite von 60 cm besitzen. Es bietet sich an, in diesen Schubladen das Essgeschirr unterzubringen. So ist der Tisch schnell gedeckt.

Für einen wohnlichen Anblick vom Wohnbereich aus sorgt auch das halb offene Regal mit Schiebetüren oberhalb der Spülenzeile. Dieser Bereich sollte in einer so offen gestalteten Küche auf keinen Fall mit traditionellen Hängeschränken zugepflastert werden. Auch der mit Freiraum dazu abgesetzte Hochschrank (mit integriertem Kühlschrank und Backofen) rechts daneben ragt nicht bis direkt unter die Decke. Eine luftige Gestaltung hat hier aus ästhetischen Gründen Vorrang vor größtmöglicher Stauraumausnutzung.

In Kürze folgt an dieser Stelle das erste Beispiel einer offenen L-Küche, bei der das kürzere, frei in den Raum ragende Ende als Bartresen genutzt wird.