Innen- und Außenecken gut nutzen

Die allerbesten Ecklösungen für moderne Einbauküchen

Küchen ohne Ecken gibt es nicht – es sei denn, alles ist gerundet. (Siehe dazu unser Beitrag „Küchenmöbel mit Rundwangen“.) Gerade innenliegende (konkave) Ecken, die sich aus dem Aufeinandertreffen von Unterschränken bei L- oder U-Küchen ergeben, sind eine Herausforderung. Früher oft als „toter Raum“ gesehen oder so unpraktisch nutzbar, dass Töpfe u.a. darin jahrelang verschwanden, bieten moderne Küchenhersteller heute innovative mechanische und elektronische Lösungen.

In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf sechs intelligente Praxisbeispiele renommierter Marken, die zeigen, wie Innen- und Außenecken in der Küche am besten nutzbar werden:

1. Der Klassiker neu gedacht: Eckschrank mit Einlegeböden

Dass eine traditionelle Aufteilung keineswegs unpraktisch sein muss, zeigen diese Unterschränke einer Nobilia-Küche. Hier wird die Raumecke durch einen klassischen L-förmigen Eckschrank mit durchgehenden Einlegeböden genutzt.

  • Der Clou: Durch weit öffnende Weitwinkelscharniere klappen die beiden Fronttüren komplett aus dem Weg. Das gesamte Geschirr – von Kaffeetassen bis hin zu großen Platztellern – ist auf einen Blick sichtbar. Diese Variante eignet sich besonders für Haushalte, die viel Stapelware besitzen und wirklich keinen Zentimeter verschenken wollen.

2. Das rotierende Raumwunder: Das Topf-Karussell

In dieser Nobilia-Küche wurde die klassische Eck-Karussell-Lösung eingebaut. Statt starrer Böden kommen hier kreisrunde, kugelgelagerte Drehböden zum Einsatz. Auf ihnen finden vor allem schwere, gusseiserne Schmortöpfe und Edelstahl-Pfannen ihren Platz.

  • Der Clou: Ein sanfter Stups genügt, und die Utensilien von der Rückseite des Schranks drehen sich nach vorne. Durch die Kombination mit der mitdrehenden oder weit öffnenden Eck-Falttür bleibt der Zugriff ergonomisch unkompliziert. Niemand muss sich mehr tief in den Schrank bücken, um an das hinterste Kochgeschirr zu gelangen.

3. Die Königsklasse der Ergonomie: Der LeMans-Auszug

Das Ganze geht auch mit nur einer Schranktür, wie hier am Beispiel einer Nolte-Küche zu sehen. Zum Einsatz kommt der legendäre LeMans-Auszug. Bei dieser Mechanik schwenken die elegant geschwungenen, tablettartigen Böden bei geöffneter Tür komplett vor den Schrankkorpus.

  • Der Clou: Jedes Tableau lässt sich unabhängig voneinander herausfahren. Die Antirutsch-Beschichtung sorgt dafür, dass Töpfe und Pfannen beim Ausfahren sicher stehen bleiben. Da sich die Böden vollständig außerhalb des Schrankes befinden, ist die Bestückung von oben uneingeschränkt möglich und sorgt damit für ein Maximum an Ergonomie.

4. Smart & Vertikal: Der versenkbare Arbeitsplatten-Lifter

Eine futuristische und extrem clevere Lösung zeigt Häcker in der obigen Küche. Hier wird der oft ungenutzte Raum in der hinteren Ecke der Arbeitsplatte vertikal bespielt: Ein mechanischer Lifter fährt auf Knopfdruck eine versteckte Abstellfläche nach oben.

  • Der Clou: Kleingeräte wie Toaster, Kaffeemaschine oder Küchenallrounder verschwinden bei Nichtgebrauch elegant in der Arbeitsplatte, wodurch wertvolle Arbeitsfläche frei wird. Im hochgefahrenen Zustand sind sie sofort einsatzbereit. Zudem bietet die obere Ebene Platz für Dekoration oder frische Kräuter, die beim Herunterfahren als bündiger Teil der Küchenzeile verbleiben.

Neue Lösungen für Außenecken

Auch die Außenecke gilt in der Küchenplanung oft als „toter Raum“, da sie von den Standard-Auszügen der Längsseiten blockiert oder schlichtweg übersehen wird. Gerade bei tiefen Kücheninseln verliert man normalerweise den Platz direkt hinter den Eckpfosten, da herkömmliche Auszüge dort nicht hinfahren können. Die folgenden zwei Küchenbeispiele lösen dieses Problem sehr elegant und auf ganz unterschiedliche Weise:

5. Die Nische im Detail: Die Eck-Klapptüre am Unterschrank

Wie man selbst kleinste Übergänge und Nischen neben offenen Regalen nutzt, demonstriert Artego mit der oben gezeigten Ecklösung an frei stehenden Enden von Unterschränken. Direkt neben einem beleuchteten Design-Glasregal befindet sich eine schmale Eck-Klapptüre, die passgenau über Eck schließt.

  • Der Clou: Diese Lösung bricht das starre Rastersystem auf. Sie erlaubt es, den direkt an ein offenes Element angrenzenden Stauraum nahtlos zu schließen, ohne dass optische Brüche entstehen. Das rustikale Tabak-Holzdekor der Tür setzt sich ästhetisch vom Kaschmir-Ton der restlichen Küche ab und wirkt dadurch geschlossen wie ein Pfosten: perfekte Tarnung!

6. Vollständig rotierbar: Ein innovativer Drehschrank


Das von Nobilia vorgestellte System FurnSpin erlaubt es, den Eckbereich eines Unterschranks mit einer einzigen Bewegung komplett um die eigene Achse zu drehen. Wo eben noch eine geschlossene, puristische Front die Küchenzeile beruhigte, gibt ein sanfter Schwung im Handumdrehen den Blick auf ein offenes, beleuchtetes Regal preis.

  • Der Clou: Diese innovative Beschlagtechnologie definiert das Zusammenspiel von offenem und geschlossenem Stauraum völlig neu. Sie erlaubt es, Küchenutensilien je nach Bedarf unsichtbar verschwinden zu lassen oder dekorativ zu inszenieren, ohne dass dafür Schwenktüren in den Raum ragen. Im geschlossenen Zustand fügt sich das Element absolut bündig in das geradlinige Fugenbild ein, während das kontrastierende Innenleben beim Drehen einen dynamischen, architektonischen Akzent setzt.