Welcher Dunstabzug passt in meine Küche?

Ob Abluft oder Umluft, Kopffreihaube oder Kochfeldabzug, hängt auch vom Herdtyp ab.

Nach unten fahrbare Design-Insel-Haube in der offenen Küche

Abluft oder Umluft? Stark oder schwach? Insel oder Wand? Wer auf den Komfort einer geräuscharmen wiewohl leistungsstarken Dunstabzugshaube nicht länger verzichten will, hat große Auswahl. In den letzten Jahren haben die Hausgerätehersteller viel Erfindungsgabe in die Weiterentwicklung dieser Küchentechnik gesteckt.

Aus gutem Grund: Küchen werden heute immer öfter offen gestaltet. Sie sollen Teil des Wohnraums sein. Koch- und Bratendünste sind hier aber unerwünscht. Auf den effektiven Dunstabzug in der Küche muss also Verlass sein. Das heißt, das alles, was vom Herd an Feuchtigkeit und Fetten aufsteigt, unmittelbar eingesaugt werden soll.

Damit dies effizient und wartungsarm erledigt wird, ist es ratsam, bei der Wahl der passenden Abzugstechnik nicht in erster Linie den Preis entscheiden zu lassen. Niedriger Preis geht mit geringerer Leistungsstärke und hoher Lautstärke einher. Spätestens, wenn so eine Abzugshaube in Betrieb ist, wünscht man sich sehnlich die Küchentür zurück. Vorbei der Charme der offenen Wohnküche. Dabei geht es heutzutage superleise: Spitzenmodelle kommen auf der zweiten Lüftungsstufe gerade mal auf 35 dB(A). (Der jeweilige Lärmpegel steht im zugehörigen EU-Datenblatt bzw. auf dem EU-Label).

Von der auffälligen Designhaube bis zum versteckten Schlitz im Kochfeld

Dunsthauben setzen gestalterische Akzente und fallen ins Auge, denn der Ort, wo sie am besten wirken, ist nah über dem Kochfeld. Entsprechend durchdacht sollte ihre Linienführung und Ergonomie, ganz zu schweigen die Effizienz ihrer Technik sein. Die Hersteller bedienen dafür neben ganz verschiedenen Designwünschen auch die jeweiligen Gegebenheiten in der Küche. Denn ob Abluft oder Umluft, ob Inselhaube oder Muldenlüftung: Die Wahl wird von der Küchenarchitektur mitbestimmt.

Dunstabzug kann frei hängend, als unsichtbarer Teil des Oberschranks, zwischen zwei Oberschränken oder direkt neben dem Kochfeld angebracht bzw. eingebaut werden. Deckenlifthauben können eine Alternative zur Inselhaube sein und nach dem Betrieb wieder aus dem Sichtfeld verschwinden. Auch Wandhauben und sogenannte Kopffreihauben lassen sich beweglich installieren und sind dann auf- und zuklappbar an der Rückwand des Kochfelds.

Kopffreihaube

Bauform der Esse muss mit Kochfeld und Herdtyp zusammenpassen

Um einen hohen Wirkungsgrad des Wrasenabzugs zu erzielen, müssen Design und Form auf die Kochstelle abgestimmt werden. Eine Dunstabzugshaube sollte immer mindestens so breit wie das darunterliegende Kochfeld sein. Das gilt bei frei hängenden Inselhauben umso mehr, denn an der Kochinsel werden die Dämpfe beim Aufsteigen von allen Seiten abgelenkt. Für Fälle, in denen eine besonders breite Deckenhaube nicht möglich ist, gibt es auch Abzugshauben mit Randabsaugung.

Flächenabsaugung empfiehlt sich , wenn Sie mit Gas kochen, einen Teppanyaki Grill verwenden oder eine Fritteuse. Bei diesen Kocharten kommt es zu starker Hitzeentwicklung. Das treibt die Dämpfe sehr schnell nach oben. Bei flächiger Absaugung werden sie dann auch schnell eingefangen. Ganz anders beim Induktionsherd, bei dem im Vergleich zu anderen Herdtypen sehr wenig Hitze entsteht, sodass der Wrasen eher in die Breite strömt als senkrecht aufsteigt. Hier ist ein Kochfeldabzug bzw. eine Muldenlüftung ideal.

Muldenlüftung Kochfeldabzug

Filter-Arten für Fett und Gerüche – reinigen und auswechseln

Sparen Sie nicht am falschen Ende. Fettablagerungen in Dunstabzugshauben mit minderwertigen oder lange nicht erneuerten Filtern können durch Hitze ohne weiteres zu brennen anfangen. Wer jeden Tag brät, sollte den Metallfilter der Dunstabzugshaube einmal im Monat in den Geschirrspüler geben – bei starker Verschmutzung am besten waagerecht hineinlegen und ein hoch temperiertes und langes Spülprogramm wählen. Von Hand geht es mit Spülmittel und heißem Wasser: Am besten weicht man den Filter in der Lösung ein und reinigt ihn anschließend mit der Spülbürste.

Fettfilter aus Edelstahl sind gegenüber Aluminium aufgrund ihres höheren Eigengewichts vibrationsärmer und langlebiger. Je mehr Schichten der Fettfilter hat, umso besser scheidet er das Fett und auch Gerüche ab. Nahezu wartungsfrei sind filterlose Systeme wie von berbel, bei denen das Fett per Zentrifuge gesammelt wird. Beim Umluftbetrieb kommt i.d.R. auch noch ein Kohlefilter zum Einsatz, um auch Gerüche optimal abzufangen, denn die eingesaugte Luft wird ja in die Küche zurückgegeben. Alle sechs bis acht Monate sollte dieser Aktivkohlefilter gewechselt werden.

Abluft- oder Umluftbetrieb? Das hängt auch von den Nachbarn ab

Entweder werden die Küchendünste über einen Abluftschacht oder einen Außenwandanschluss nach draußen abgesaugt, oder die Luft wird gefiltert in die Küche zurückgeführt. Ist die Strecke lang, braucht es aber einen entsprechend starken Lüftermotor, und der kann Lärm verursachen. Am besten wählt man ein Gerät mit externem Gebläsemotor, der draußen installiert wird. Dies trägt erheblich zur Geräuschreduzierung bei.

Baulich ist das nicht immer möglich, gerade im Mehrfamilienhaus nicht. Außerdem entstehen während der kalten Jahreszeit auf diesem Weg auch Wärmeverluste. Vorteil des Abluftbetriebs ist wiederum, dass zu hohe Feuchtigkeit, aus den Räumen geleitet wird. Stoßlüftung ist beim Umluftbetrieb aber genauso notwendig wie beim Abluftbetrieb. Denn beim Abluftbetrieb geht auch Sauerstoff verloren. Neueste Verordnungen verlangen gar, dass während des Betriebs ein Fenster geöffnet sein muss.

Umlufthauben spielen die gereinigte Luft wieder in den Raum zurück. Mittlerweile gelten sie als ebenso leistungsstark wie die Abluft-Pendants. Bei einer Grundfläche von zehn Quadratmetern und einer Raumhöhe von 2,5 Metern sollte eine Luftförderleistung von 225 bzw. 300 Kubikmetern drin sein. Umlufthauben sind viel einfacher zu installieren. Ein Mauerdurchbruch erübrigt sich. Sogenannte Hybridhauben können beides: Ab- und Umluftbetrieb. Im Sommer stellt man sie auf Abluft, im Winter auf Umluft.