Altholzküchen sind wahre Unikate und stecken voller Erinnerung

Geschichtsträchtiges Massivholz hält Einzug in unsere Küchen

Es ist schon etwas ganz Besonderes, in einer Küche zu kochen, deren Massivholzfronten einmal zum Dachstuhl eines alten Bauernhofs gehörten, oder an einer Küchentheke zu lehnen, deren Bretter aus dem Dielenboden eines Landhauses aus dem 18. Jahrhundert stammen. Gehörte das recycelte Altholz gar zu einem Haus, das man selbst einmal kannte, ist der emotionale Bezug besonders stark.

Altholzküchen sind en vogue, und in der Küche gibt es viele Möglichkeiten, mit Recyclingholz zu arbeiten, von Böden und Schränken über Wandboarde bis hin zur Kücheninsel und zum großen Esstisch. Gefertigt werden solche Küchenmöbel aus teils Jahrhunderte alten Holzbeständen, beispielsweise aus den Balken eines abgerissenen Fachwerkhauses, aus alten Scheunen, Berghütten oder Bauernhöfen. Während Altholzküchen komplett aus restaurierten Balken bestehen, kann man seine Küche auch mit Details in Altholz aufwerten.

Echtes Altholz macht (Küchen-) Möbel einzigartig

Altholz bringt Wärme, rustikalen Charme und einen Hauch von Geschichte ins Herz des Hauses. Meist weist es eine charaktervolle Maserung und wunderschöne Gebrauchsspuren auf. Oft steht Altholz in Brettgrößen zur Verfügung, die viel breiter sind als die der meisten neuen Hölzer, weil die Bäume größer waren. Viele der alten Bauhölzer gibt es auch heute kaum noch, z. B. Weißeiche oder Herzkiefer. Neues Bauholz stammt meist von jungen, damit auch weniger starken Bäumen. In der Vergangenheit hatten Bäume viel mehr Zeit zu wachsen. Ihr Holz ist darum qualitativ besser und stabiler. Altholz einzubauen, sieht also nicht nur gut aus, sondern ist auch nachhaltig. Für das Upcycling spricht generell, dass es Werte erhält und verhindert, dass das Holz auf der Deponie landet.

Altholz wird derzeit immer noch vorrangig verbrannt oder zerkleinert und zu Spanplatten verarbeitet. Es als Ganzes wiederzuverwerten ist natürlich ressourcenschonender und umweltfreundlicher. Für 2018 wird darum auch eine Novellierung der Altholzverordnung erwartet. Diese soll dann auch gesetzlich fordern, Altholz mehr stofflich als energetisch zu verwerten. Den Anstoß dazu hat auch das EU-Projekt CaReWood geliefert. Dabei haben Fraunhofer-Forscher herausgefunden, dass sich große Gebrauchtholzstücke ohne Qualitätsverlust recyceln lassen. Beim Gebäuderückbau etwa fallen große Mengen Bauholz in hervorragender Qualität an, die sich prinzipiell wiederverwenden lassen. Geeignete Techniken zum Erkennen und Entfernen von Kontaminationen wurden im Projekt erarbeitet.

Schreiner und Designer haben Altholz für sich entdeckt

Immer mehr Schreiner und Tischler spezialisieren sich darauf, alte Holzbestände aufzukaufen und zu restaurieren: Mit Metalldetektoren finden Sie versteckte Nägel und entfernen sie. Dann wird das Altholz thermisch behandelt, gewaschen und getrocknet, später noch gebeizt, geölt oder lackiert. Küchenbauer wie das Nussdorfer Küchenhaus wählen gemeinsam mit ihrem Kunden die schönsten Stellen und schneiden das Holz so, dass diese Maserungen am besten zur Geltung kommen. Auch die Holzwerkstätte Kurz ist auf Altholzküchen spezialisiert. Längst haben auch Designer Altholz für sich entdeckt und bauen daraus originelle Möbelstücke wie diesen erstaunlichen Stuhl von Bellboy, der aus den recycelten Hölzern eines New Yorker Wasserturms hergestellt wurde. Der deutsche Designer Georg Bochem verwertet auch lackiertes Altholz und kreiert daraus – ganz im Gestus des Shabby Chic – Tische, Lampen, Betten und mehr. Die Oberflächen lässt er wie sie sind, teilweise auch die Form. So ergeben sich geckige Regale mit integrierten Holzfenstern oder gar kompletten Holzschlitten.

In Küchen kann Altholz auch hervorragend mit glatten Oberflächen wie Edelstahl, Fliesen und Stein in Kontrast gesetzt werden. Ausdrucksvolle Maserungen stechen dadurch umso mehr hervor. Der Schlüssel liegt hier darin, besonders interessante Holzstücke einzusetzen. Altholzküchen können je nach Gestaltung entweder rustikal wirken oder mit entsprechenden Details für Hingucker sorgen, indem man es nur für ein Element der Küche wie die Insel oder den Küchentisch verwendet. Es geht darum, wie Sie das Holz an die vorhandene Kücheneinrichtung anpassen! Je nachdem, auf welche Art das Altholz zum Tragen kommt, lassen sich ganz unterschiedliche Küchenstile kreieren.