Helfer aus der Küchenapotheke

Küchenkräuter und -gewürze mit Heilwirkung

Von A wie Anissamen bis Z wie Zimt – Gewürze und Kräuter sind ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Essens. Auf den ersten Blick lediglich, um den Gerichten mehr Geschmack zu verleihen. Doch verbessern so gut wie alle Würzmittel zugleich die Nahrungsaufnahme. Sie regen nicht nur Geist und Sinne an, sondern tragen auch dazu bei, das Gegessene leichter und besser zu verdauen. Einige solcher Würzpflanzen entfalten im Duo sogar die beste Wirkung.

Ob als Zugabe zur Speise oder pur: Gewürzkräuter und -samen sollten auf unserem täglichen Speiseplan nicht fehlen. Nachgewiesenermaßen dienen sie der Gesundheit: Gewürze wirken entzündungshemmend, können die Fettverbrennung fördern und kurbeln den Stoffwechsel an. Einige haben sogar eine antivirale Wirkung, wirken antibakteriell und pilzbekämpfend. Selbst der Blutzuckerspiegel kann durch bestimmte Gewürze stabilisiert werden.

Zehn besonders gesunde Küchengewürze

Anissamen sind eigentlich keine Samen, sondern winzige Früchte. Beim Draufbeißen entfaltet sich ihr unverkennbarer Geschmack, den wir als hervorstechenden Geruch der Bonbonstände auf jedem Weihnachtsmarkt erkennen. Anis ist die Würze vieler Weihnachtsbackwaren, doch Anis kann auch als Tee getrunken werden. Gemeinsam mit Fenchel und Kümmel wird er in jedem Drogeriemarkt als beruhigender Magen-Darm-Tee angeboten.

Basilikum hat ein einzigartiges Aroma, das sich nicht erst auf der Zunge entfaltet, sondern schon im Kräutertopf in der Küche seinen herrlichen Duft verströmt. Fliegen und Stechmücken sind kein Fan davon. Basilikum ist ein natürliches Repellent. Von Mozzarella mit Tomaten ist das mediterrane Kraut nicht wegzudenken, genausowenig von einschlägigen Nudelgerichten. Basilikum lindert aber auch Verdauungsbeschwerden und Migräne, fördert die Verdauung und dämmt Entzündungen im Körper ein.

Dill gilt hierzulande als das Gurkenkraut. Auch Kartoffelsalate werden gerne mit Dill gewürzt. Dillkraut passt genauso gut zu Fisch und Meeresfrüchten. Graved Lachs aus dem Supermarkt liegt immer ein kleiner Beutel Dillsoße bei. Doch Dill stärkt auch die Nerven, wirkt stressreduzierend, hilft bei Durchfall und Blähungen und unterstützt bei Müttern die Milchbildung.

Ingwer gilt gemeinhin als asiatisches Gewürz, dabei ist er auch in anderen Landesküchen typisch. Man denke an Gingerbread in den USA, an englische Ingwermarmelade und britisches Ginger Beer. Ingwer wird bei den verschiedensten Symptomatiken empfohlen. Er soll sogar den Cholesterinspiegel senken, bei Typ-2-Diabetes helfen, auf jeden Fall aber Erkältungsbeschwerden lindern und gegen Reiseübelkeit und Seekrankheit wirken.

Knoblauch ist ebenso eine Wunderknolle. Manche Menschen reagieren aber mit Verdauungsbeschwerden. Sternekoch Schubeck empfiehlt, Knoblauch stets mit Ingwer zu kombinieren. Dadurch wird der Knoblauch bekömmlicher und sticht (auch nach dem Essen ;-) nicht mehr so heraus. Im Duo ist auch die gesundheitliche Wirkung verstärkt: Zusammen steigern sie ihre antioxidative Wirkung um 50 Prozent. Schon Knoblauch allein soll Blut, Herz und Gefäße gesund halten.

Kurkuma – die Wurzelstöcke der Gelbwurz – schmeckt frisch besonders aromatisch, färbt beim Schneiden aber die Finger. Am besten trägt man bei der Verarbeitung Gummihandschuhe. Auch als Pulver färbt Kurkuma noch jede Soße gelb. Auch deshalb ist Kurkuma Bestandteil jeder Curry-Gewürzmischung. Von seinem besonderen Aroma abgesehen gilt Kurkuma als besonders vorbeugend gegen Krebs und Alzheimer. Zusammen mit Pfeffer wird es für den Körper leichter, Kurkuma aufzunehmen.

Oregano ist getrocknet um einiges aromatischer. Das Gewürzkraut passt gut zu allen Fleischgerichten. In Süditalien wird es über fast jede Pizza gestreut. In Griechenland fehlt das Gewürzkraut an keinem Fischgericht. Nur wenige kennen die starken Heileigenschaften, die sich im hochkonzentrierten, aus Wasserdampfdestillation gewonnenen Oreganoöl entfalten. Inhaltsstoffe wie Thymol, Carvacrol, P-Cymol und Borneol helfen hier bei verschiedensten Beschwerden, die mit Schmerzen, Entzündungen, Pilzerkrankungen und Bakterien einhergehen.

Pfefferkörner sind wohl eine der am häufigsten verwendeten Gewürze. Pfeffer hat eine positive Wirkung auf Magen und Darm, er entkrampft und wirkt verdauungsfördernd. Als Tee aufgegossen passt er gut zu Ingwer, Zimt, Nelken und Süßholz. Eine Mundspülung damit hilft bei Zahnfleischentzündungen. Gerade Cayennepfeffer gilt als wirkungsvoller Entzündungshemmer. Er soll sogar die Entstehung von Blutgerinnseln verhindern helfen. Auch wer Probleme mit dem Stoffwechsel hat, sollte seine Mahlzeiten mit Cayennepfeffer würzen.

Petersilie würzt Kräuterquark, Salate, Suppen, Fleisch und Gemüse, glatte Petersilie umso mehr. Es empfiehlt sich, Petersilie frisch zu verwenden, denn diese Heilpflanze enthält mehr Vitamin C als Zitronen und ist reich an Mineralien und Spurenelementen. Petersilie hat auch eine entwässernde Wirkung. Das grüne Kraut schwemmt damit Giftstoffe und Bakterien aus und beugt Nieren- und Blasensteinen vor. Gleichzeitig fördert Petersilie die Blutbildung, stärkt Herz und Lungen und löst Cholesterin aus den Venen.

Thymian ist aus der mediterranen Küche nicht wegzudenken. Er aromatisiert Brühen und Suppen, würzt Fleisch und Meeresfrüchte, Ziegen- und Schafskäse, macht Fettiges bekömmlicher und mildert Wildgeschmack. Als Tee aufgegossen hilft Thymian bei Halsentzündungen. Thymol, einer seiner zentralen Wirkstoffe, wirkt antiseptisch und ist, neben Alkohol, oft in Händedesinfektionsmitteln enthalten. Thymian hemmt Bakterien und beweist sogar im Einsatz gegen Krankenhauskeime seine Wirksamkeit. Bei Menstruationsbeschwerden kann Thymian Krämpfe lösen.